Für die Eltern Unterhalt zahlen?

Für die Eltern Unterhalt zahlen?

Die Problematik „Unterhalt für die Eltern“ sorgt zunehmend für Diskussionsstoff und ist längst kein Einzelfall mehr. Wann Kinder für ihre bedürftigen Eltern zahlen müssen, ist eine Frage, der man ratlos gegenüber steht. Fakt ist: Nicht nur Eltern müssen für den

Lebensunterhalt ihrer Kinder sorgen, auch die Nachkommen sind gesetzlich unterhaltspflichtig.

Der typische Fall sieht so aus: Ein Elternteil ist ins Heim gekommen, die Rente reicht für die Kosten nicht aus, und der Sozialhilfeträger springt hierfür mit ein. Anschließend prüft er, inwieweit er von den leiblichen Kindern Geld zurückerhalten kann.

Der Aufforderung, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenzulegen, muss man in den meisten Fällen nachkommen. Hier ist es wichtig, dass alles angegeben wird, was der eigenen Entlastung dient. Anerkannt werden z. B. einige Versicherungen, Geldanlagen oder weitere Unterhaltsverpflichtungen. Es spielt außerdem eine Rolle, ob man Geschwister hat, zur Miete oder im – abgezahlten – Eigenheim wohnt, ob man allein oder mit einer anderen Person in einem Haushalt lebt.

Empfehlenswert ist es also, bereits an dieser Stelle anwaltlichen Rat einzuholen. Kommt dann vom „Amt“ die Aufforderung, monatlich einen bestimmten Unterhalt zu zahlen, kann ein/e Fachanwalt/Fachanwältin für Familienrecht für Sie prüfen, ob der Anspruch im einzelnen gerechtfertigt ist und ggf. weitere vorteilhafte Umstände für Sie vortragen. Denn man zahlt Unterhalt unter Umständen für viele Jahre.

(Birte Goetz in „Potsdam am Sonntag“ 19.06.2011)

 

Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de